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Path of Exile

Wer von Blizzard die Nase voll hat und wem Torchlight 2 zu bunt ist, dem empfehle ich, sein Glück einmal an den verfluchten Gestaden des Kontinents Wraeclast zu versuchen.

Path of Exile, eines jener Free-To-Play-Online-Only-Games, um die ich normalerweise einen großen Bogen mache, hat es in sich.

Die düstere Atmosphäre, die hochwertige Grafik, das stimmige Design, die überzeugenden englischen Sprecher, die passende Musik und die gelungene Spielmechanik sprechen eine deutliche Sprache. Als typisches Hack-and-Slay spielt es sich wie Diablo oder Torchlight. Der Skilltree ist allerdings ein klein wenig umfangreicher als der der Konkurrenten, im Verhältnis von, sagen wir einmal, wie Berlin zu Büsum.

Und das Schöne ist: Es kostet nichts. Seit 23. Januar kann jeder in der Open Beta-Testphase mitspielen. Alles was Ihr braucht, ist eine schnelle Internetverbindung, um die bisher ca 5,2 GB Daten herunterzuladen. Wer möchte, kann die neuseeländischen Entwickler Grinding Gear Studios durch eine Spende unterstützen oder seine Figur durch sogenannte Mikrotransaktionen individualisieren. Spielvorteile wie stärkere Ausrüstung gibt es jedoch nicht zu kaufen.

Zwei Nachteile gibt es:

Zum Ersten haben die Server derzeit ganz schön viel zu tun, es dauert etwas länger, bis das Einloggen klappt. Die Entwickler sind aber dabei, sich hardwaremäßig auf die größeren Teilnehmerzahlen einzustellen.

Zum Zweiten mein ewiger Pessimismus: Ich hoffe, dass das Konzept mit dem kostenlosen Spiel und der Finanzierung über Mikrotransaktionen aufgeht, glaube aber nicht daran. Ich würde lieber für den Erwerb des Spiels bezahlen, damit ich auch noch in fünf Jahren das Spiel spielen kann, ohne auf Online-Server irgendwelcher Firmen angewiesen zu sein.

Aber jetzt muss ich los.

Der seit zwei Tagen wütende Sturm hat auch in dieser Nacht nicht nachgelassen. Das Gefangenenschiff stampft durch die rauhe See, immer wieder übergießen schwere Brecher die Verurteilten durch die vergitterten Lukendeckel mit eiskaltem Salzwasser. Wer kann, drängt sich in dem viehstallähnlichen Laderaum auf den wenigen trockenen Plätzen zusammen. Alle frieren entsetzlich, einige Unglückliche hat bereits das Fieber gepackt.

Im dämmernden Morgenlicht tönt plötzlich der Schrei: „Land! Laand in Sicht!“

Wraeclast. Der Kontinent, auf dem vor Jahrhunderten das „Immerwährende Imperium“ unterging und nichts hinterließ als eine von dunkler Magie und entarteter Wissenschaft vergiftete Wildnis, gerade gut genug, um dort Verbrecher und andere unerwünschte Elemente der Gesellschaft in die Verbannung zu schicken. „Verbannung“— ha, ein Tod am Galgen wäre gnädiger gewesen als diese Heuchelei von Barmherzigkeit.

Die Wachen treiben uns zusammen, auf Deck, hinaus in den peitschenden Regen, während das Schiff beidreht.

Unruhe verbreitet sich unter den Verurteilten, der Geruch nach Panik liegt in der Luft. „Aber wo sind die Boote, wie wollt ihr uns an Land bringen?“

„Mach schon, du Hundsfott, dort kannst du doch das Ufer sehen! Glaubst du etwa, der Kapitän riskiert bei diesem Sturm das Schiff, nur um euch trocken an Land zu setzen? Vorwärts, ins Wasser!“

Dann trifft mich ein Stoß mit dem Lanzenschaft, ich falle, und die eiskalte Schwärze schlägt über mir zusammen…

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